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Rasenerneuerung – die Schönheitskur für den grünen Teppich

Geschrieben von: Yvonne Freitag, den 07. August 2015 um 10:33 Uhr

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Garten - Mähtechnik und Pflege

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Der alte Rasen sieht unschön aus, hat viele Lücken und Flecken, ist vermoost, verunkrautet, hat kaum noch Gräser oder die falschen Gräser sind gesät worden. Kurz und knapp: Das alte muss weg – etwas Neues muss her. Aber wie?

Rasenerneuerung ohne Umgraben ist das Stichwort. Diese Methode ist bereits seit über 20 Jahren bekannt, jedoch weiß kaum einer von Ihr. Entscheidend und besonders wichtig ist:

- das genaue Einhalten der einzelnen Arbeitsschritte

- die Verwendung von Premium Rasensaatgut

- die gute Nährstoffversorgung der jungen Gräser

- die Erneuerung zwischen Mai und September durchzuführen


In der Regel dauert die Erneuerung dann ca. 2 Monate, wonach Sie einen satt grünen und dichten Rasen in Augenschein nehmen können.


Und so wird Ihr Rasen wieder fit:


1. Tief mähen

Der Rasen muss zuerst gemäht werden. Die Schnitthöhe sollte hierbei sehr tief eingestellt sein, sodass der Rasen tief geschnitten wird. Das schwächt den Altbestand und die neuen Gräser haben guten Chancen zu gesund zu wachsen. Das Schnittgut sollte sofort nach dem mähen von der Rasenfläche eingesammelt und entsorgt werden.


 


2. Vertikutieren

Dann wird die Rasenfläche mit dem Vertikutierer mehrmals bearbeitet. Achtung – bitte immer in Längs- und Querrichtung um Unkraut und Rasenfilz, dass sich im Laufe der Jahre gebildet hat, zu entfernen. Damit schaffen wir für den neuen Samen gute Keimbedingungen.


Ist die Fläche stark verunkrautet oder mit Unkraut übersät, so empfiehlt es sich, vor dem vertikutieren einen Unkrautvernichter (Totalherbizid – lässt alle Gräser und Unkräuter absterben) einzusetzen. Bitte beachten Sie jedoch beim Erwerb die behördlichen Auflagen und Anwendungshinweis auf der Verpackung. Vor allem muss eine rasche Nachsaat nach dem Einsatz des Herbizids wieder möglich sein. Lassen Sie sich daher von einem Fachmann beraten.


 


3. Starter-Dünger und Saatgut streuen

Nach dem vertikutieren wird die Rasenfläche gleichmäßig gedüngt  (phosphorhaltig) und das Saatgut verstreut. Bei einer Teilerneuerung empfiehlt sich eine spezielle Nachsaat, die viel schneller wächst als die herkömmliche Rasensaat. Mit einem Streuwagen lässt sich das Saatgut einfacher und gleichmäßiger verteilen. Fehlstreuungen vermeiden Sie, indem der Dünger in Längs- und der Samen in Querrichtung ausgebracht werden.

 



4. Abdecken

Anschließend wird die Aussaat mit einer dünnen Schicht Torf oder anderem ungedüngten Substrat abgedeckt. Diese Erdschicht sollte max. 0,5 cm dick und wird dann auf der eingesäten Fläche mit dem Rechen verteilt. Somit schafft man eine Schutzschicht für den Samen und Torf hat den Vorteil das wenn er trocknet heller wird, womit man weiß das die Fläche wieder bewässert werden muss.


 


5. Beregnen

Die Keimzeit bei Rasensaatmischungen benötigt oft unterschiedlich lang. Während deutsches Weidelgras innerhalb von gut einer Woche keimt, benötigt Rotschwingel fast 2 Wochen und Wiesen- und Lägerrispe gut 3 Wochen. In dieser Zeit können die Keimlinge ihren hohen Wasserbedarf noch nicht durch ein gut ausgeprägtes Wurzelsystem decken. Daher ist in diesen ersten 3 bis 4 Wochen nach der Aussaat eine geregelte Wasserversorgung entscheidend für den Erfolg. Die obere Bodenschicht muss stets genügend Feuchtigkeit enthalten, damit die empfindlichen Rasenzöglinge nicht austrocknen.

Somit beliebt es nicht aus, dass bei trockener Witterung vier- bis fünfmal täglich für ca. 15-20 Minuten beregnet werden muss. Bereits nach 4-7 Tagen sehen Sie das erste Ergebnis in Form von zarten, grünen Hälmchen. Trotzdem muss die Bewässerung kontinuierlich weitergeführt werden.

 


6. Nachfolgende Pflege

Damit der so erneuerte Rasen weiterhin prächtig gedeiht, muss er weiterhin gepflegt werden. Die keimenden Halme lässt man anfangs auf 8 bis 9 cm wachsen. Erst dann erfolgt der erste Schnitt. Hier wird der Rasen auf 4-5 cm abgemäht.

Nach dem mähen sollte die Fläche dann ein weiteres Mal gedüngt werden. Hier empfiehlt sich ein spezieller Rasenlangzeitdünger. Diese Nährstoffzufuhr ist sehr wichtig für die jungen Rasengräser, damit sie weiter Blattmasse bilden und den Rasen verdichten.

Somit ist die Erneuerung abgeschlossen und der Rasen sollte dann fachmännisch weiterversorgt werden. Hierzu können Sie sich gerne weiter informieren in unseren Beiträgen: „Den Rasen richtig mähen“ / „Was ist Mulchen-Recycling-ökologisches Mähen“ / „Auch der Rasen hat mal Durst“

 



 


Tags:  Erneuerung Rasen Schönheitskur Schritt für Schritt
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