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Den Garten in Form bringen – der richtige Schnitt und die Schere

Geschrieben von: Yvonne Dienstag, den 28. Juli 2015 um 09:24 Uhr

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Garten - Heckenschnitt und Pflege

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Juli- die Zeit des ersten Schnitts. Einige Stauden kommen nun zum Ende ihrer ersten Blütezeit, wie auch die Rosen die Ihre Farbenbracht allmählich verlieren. Jedoch ist die Blühsaison noch nicht komplett vorbei und mit einem rechtzeitigen Schnitt kann ein weiterer Höhepunkt im Spätsommer erreicht werden.

Damit der Wuchs nicht Überhand nimmt, sollten Sie ein wenig Zeit und das richtige Werkzeug mitbringen.

 

Der Staudenschnitt

Im Juli blühen Pracht- und Sommerstauden besonders. Durch entsprechende Schnittmaßnahmen lässt sich die Staudenblüte wesentlich verbessern und sogar  verlängern. Grundsätzlich sollten Sie alle verwelkten Blüten entfernen um mehr Seitentrieben mit Blütenansatz eine Chance zu geben.

Der Kahlschnitt (ca. eine Scherenlänge 20 cm ab dem Wurzelwerk) für Herbstblüher erfolgt erst in der Winterzeit bei frostiger Witterung, also ab Mitte Februar. Sommerblüher hingegen ab Ende Februar bis März.

Frühjahrsblüher wie Rittersporn, Lupine, Steppen-Salbei, Margerite oder Katzenminze, können Sie zu einer zweiten Blüte ab September bewegen, wenn Sie sie zehn Zentimeter über dem Boden abschneiden. Dies sollte aber sofort nachdem die ersten Blüten zu welken beginnen geschehen. Dieser frühe Schnitt verhindert, die Samenproduktion und die Staue verliert hierdurch weniger Energie. Die zurückgestutzte Staude benötigt dann nur noch ausreichend Wasser und eine gute Düngung.

Generell ist es so, dass ein schwacher Rückschnitt einen schwachen und ein starker Rückschnitt einen starken Austrieb bewirkt.

 

Der Rosenschnitt

Nur ein Großteil aller Rosen ist „scharf“ auf einen Sommerschnitt. So wollen einmalblühende (remontierte) Rosen nur unmittelbar nach der Blüte geschnitten werden, damit diese auch in der nächsten Saison blühen. Bei öfterblühenden Strauchrosen werden die verwelkten Blüten nach und nach abgeschnitten. Der Trieb wird aber erst  nach der letzten Blüte auf zwei bis drei Blätter gekürzt. Komplett entfernt werden außerdem die hellgrünen, stachelreichen Triebe ohne Blütenknospen, da diese der Pflanze wertvolle Nährstoffe entziehen.

 

 

 

 

Öfterblühende Rosen


 

Einmalblühende Rosen

 

 

Hochstämmige Rosen


 

Kletterrosen


 

 

Schnittmaßnahmen im Staudengarten

 

Im Juli setzt die Blüte der Pracht- und Sommerstauden ein. Durch verschiedene Schnittmaßnahmen lässt sich die Staudenblüte verbessern und verlängern. So sollten Sie grundsätzlich alle verwelkten Blüten entfernen, damit mehr Seitentriebe mit Blütenansatz produziert werden, wie beim Phlox.

 

Stauden, die im Frühling und Vorsommer blühen, wie Rittersporn, Lupine, Steppen-Salbei, Margerite oder Katzenminze, können Sie zu einer zweiten Blüte ab September bringen, wenn Sie diese gut zehn Zentimeter über dem Boden abschneiden, sobald die ersten Blüten zu welken beginnen. Dieser frühe Schnitt ist wichtig, da Sie so verhindern, dass die Staude zu viel Energie durch die Samenproduktion verliert. Die zurückgeschnittenen Stauden benötigen ausreichend Wasser und nochmals eine Düngung.

 

Unkräuter aus dem Garten verbannen

 

Alle unerwünschten Wild- und Unkräuter entziehen den Kulturflächen und -pflanzen Nährstoffe und Feuchtigkeit. Dabei handelt es sich bei den Unkräutern um geschickte Überlebenskünstler, die erscheinen und so lange bleiben, wie sie ihre bevorzugten Standortbedingungen vorfinden.

 

Unkräuter stellen zwar ein wiederkehrendes Problem dar, Sie können sie aber auch als Indikatorpflanzen für die Bodenbeschaffenheit heranziehen, denn selbst Unkraut ist wählerisch bezüglich seines Standortes. So siedelt sich der Hahnenfuß mit seinen hartnäckig verankerten Wurzeln nur in staunassen, stark verdichteten Böden an, Breitwegerich, Sauerampfer und Wucherblume hingegen gedeihen am besten auf schweren, undurchlässigen Böden. Andere Unkräuter, wie Löwenzahn und Gänsedistel, gelten als Pionierpflanzen, die auf unfruchtbaren oder verdichteten Böden wachsen und sich mit ihren Pfahlwurzeln von Nährstoffen aus tieferen Schichten ernähren.

 

Tall hedge isolatedEine mechanische Bekämpfung wird Ihnen auf Dauer also nur gelingen, wenn Sie den Boden entsprechend aufbereiten. Besonders lästig sind die winterharten Unkräuter, wie Quecke, Giersch und Ackerwinde, die in einem unterirdischen Speicherorgan eine Kraftstoffreserve für den Winter anlegen und sich gern in Stauden verwachsen. Um diese zu bekämpfen, müssen Sie die Staude im Vorfrühling ausgraben, die Unkrautwurzeln vollständig aus dem Staudenwurzelballen entfernen und die Staude wieder einpflanzen. Glücklich können Sie sich schätzen, wenn sich Vogelmiere (liebt lockere, humose Böden), Greiskraut, Klettenlabkraut und Schwarzer Nachtschatten ansiedeln, da sich diese nur in Gärten mit nährstoffreichen, vor allem stickstoffreichen Böden einfinden.

 

Unkräuter zupfen, jäten, hacken, stechen oder graben Sie mit der Grabgabel aus. Ein sonniger Tag ist zum Hacken und Jäten ideal, da so die oberirdisch abgetrennten Pflanzenteile vertrocknen und die Wurzeln absterben. Hacken Sie aber nicht Ihre Staudenbeete, weil Sie so auch Jungtriebe und Staudenwurzeln beschädigen. Chemische Unkrautvernichter (Herbizide) wirken nur, wenn sich das Unkraut im Wachstum befindet. Beim Umgang mit diesen Mitteln müssen Sie vorsichtig sein, damit Ihre Zierpflanzen keinen Schaden nehmen.

 

Weitere Schnittarbeiten im Juli

 

einjährige Sommerblumen und Duftwicken: regelmäßig von verwelkten Blüten befreien oder Blumen für die Vase schneiden, um den Flor anzuregen

Sommerflieder: verwelkte Rispen abschneiden, das sorgt für viele neue blühende Seitentriebe

Rhododendren: verwelkte Blüten mit den Fingern oberhalb der jungen Triebspitzen herausbrechen

Weigelien verjüngen: stark verzweigte Seitentriebe und störende Triebe herausnehmen

früh blühende Clematis: nach der Blüte schneiden

Bodendecker: aus der Frühlingspflanzung kräftig zurückschneiden, um die Verzweigung anzuregen

pyramidenförmigen Koniferen mit Doppelspitze: die südliche Spitze kappen, damit der Baum später nicht umkippt

Wein und Kiwi: tragende Ranken über erster Traube/erstem Fruchtansatz auf zwei bis vier Blätter mit Zapfenschnitt einkürzen, nicht tragende komplett herausnehmen

Sauerkirschen: nach der Ernte alle abgeernteten Triebe an der nächsten Verzweigung auf Astauge schneiden

 


Tags:  Pflanzenschnitt Schere Juli Stauden Rosen Öfterblüher Einmalblüher
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