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Profi-Rasen: Welches Saatgut ist das richtige für meinen Traumrasen?

Geschrieben von: Yvonne Freitag, den 07. August 2015 um 08:00 Uhr

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Garten - Bodenbearbeitung

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Oft wird die Frage gestellt, nach der EINEN perfekten Rasensorte. Nun, dazu gibt es viele unterschiedliche Meinungen - aber so viel kann gesagt sein: Die Mischung macht's. Daher ist es besonders wichtig, sich ein wenig mit der Thematik zu beschäftigen und die Augen beim Grassamen-Kauf offen zu halten. Denn wer will schon ein Rasen der im schlimmsten Fall noch schlechter aussieht wie der vorherige? Genau! -  Keiner.

Leider existieren im Saatgut-Bereich keinerlei Vorgaben, was die Deklaration mit verkaufsfördernden Eigenschaften wie  strapazierfähig, besonders trittfest oder pflegeleicht  betrifft. D.h. kurzgesagt: Jeder Hersteller kann schreiben „was“ und „wann“ er will. Dabei muss die Wirkungsweise nicht mit dem aufgedruckten Nutzen in Verbindung stehen.

Hände weg von Billigmischungen

Rasenneuanlage zum günstigsten Preis – so wird es in der Werbung versprochen. Sicher der Rasen wächst und das auch sehr schnell und erstaunlich grün aber das Drama kommt dann spätestens im nächsten Jahr. Die Billighersteller verwenden für die Mischungen Gräsern, die speziell als Futtergras für Tiere gezüchtet worden sind. Wöchentliches Mähen ist ein KO-Kriterium für diese Sorte. Ebenso verdrängt Sie das langsam wachsende Gras und es entstehen somit zum Ende der Sommerzeit große Löcher.  Der optimale Siedelplatz für Un- und Wildkraut.

Fazit: Lieber doch auf etwas hochwertigere Rasensamen zurückgreifen.

Guter Rasen will teuer sein

Saatgut das unseren Anforderungen und Vorstellungen von einem gepflegten Rasen entsprechen soll, ist teuer. Samen aus Grassorten zu gewinnen die hitzeressistent, strapazierfähig oder schattenverträglich sind, erfordern viel Zeit und Geld bei wenig Ertrag. Hochwertige Grassamen-Mischungen enthalten mindestens zwei der nachfolgenden Sorten:

- Wiesenrispe (Poa pratensis / Kentucky Bluegrass)

- Rotschwingel (Festuca rubra / Fescues)

- Weidelgras (Lolium perenne / Raygrass)

Ein Qualitätsmerkmal gibt es aber doch: Die Bezeichnung RSM (Regelsaatgutmischung). Wer einen Samen mit dieser Bezeichnung käuflich erwirbt, kann sicher sein das die Mischung von unabhängigen Labors getestet wurde. Somit ist sicher das der Nutzen den versprochen wird auch eingehalten wird.

Oberste Priorität hat aber die Frage nach dem Nutzen für meinen Garten.  Ist dies unklar, können Sie sich am besten in einem Fachgeschäft oder bei guten Saatgutmischungen auf der Verpackung informieren. Eine grobe Unterteilung ist:

 

- Bei sonnigen  Flächen --> Universal- oder Gebrauchsrasen

Meist gekaufte Rasensorte

Hohe Trockenverträglichkeit

Langsam wachsend

Geringer Pflegeaufwand

 

- Bei schattigen Flächen -->  Schattenrasen

Hohe Schattenverträglichkeit

Längere direkte Sonne schadet dem Rasen

Mittlerer Pflegeaufwand

 

- Bei öffentlichen /privaten Großflächen --> Landschaftsrasen

Überwiegende Nutzung bei öffentlichen und privaten Großflächen

Widerstandsfähig gegen Trockenheit und an extremen Standorten

Geringe Belastbarkeit

Sehr geringer Pflegeaufwand

 

- Bei intensiver Nutzung -->  Sport-, Spiel- oder Strapazierrasen

Sonderform des Universal- oder Gebrauchsrasens

Besonders robust gegenüber Belastungen (ganzjährig)

Pflegeaufwand ist intensiver als beim Universal-/Gebrauchsrasen

 

- Zur Zierde und Verschönerung -->  Zierrasen

Ähnlich dem englische Rasen

„rohes Ei“ der Rasenflächen (keine Belastung innerhalb der ersten 2 Jahre)

Danach besonders dicht und trittfest

Hoher Pflegeaufwand (regelmäßiges schneiden und düngen)

Keimt erst bei 15 Grad Bodentemperatur (frühestens Anfang Juni)

In der Regel nicht resistent gegen Trockenheit

 

- Wenn es schnell gehen soll --> Rollrasen

Kann auf vorbereitetem Boden ganzjährig aufgelegt werden

Ist nach kürzester Zeit belastbar

Erspart etwas 1 Jahr Arbeitsaufwand

Ist unkrautfrei

Wird nur ausgerollt, festgetreten / gewalzt  und beregnet

 

Das Aussäen

Bitte immer unbedingt die Empfehlungen des Herstellers beachten. Das Ausbringen kann entweder per Hand oder einem Streuer erfolgen, wobei letzteres zu einer gleichmäßigeren Aussaat führt. Die Mischungen sollten vor Gebrauch nochmals gut durchgemischt werden, da sich die unterschiedlichen Gräsersorten im Beutel oder Eimer entmischen.

 

 

Experten-Tipp: Nicht vor Anfang Mai mit der Aussaat beginnen.

 

 

 

 

 

 

Düngen nicht vergessen – die Nahrung für den Boden

Jeder Schnitt laugt den Boden aus. Grundsätzlich ist zu einem Depot-Dünger zu raten, da er sich im Gegensatz zum Flüssigdünger, langsamer auflöst und die Nähstoffe über einen längeren Zeitraum abgibt. Dreimal im Jahr sollte gedüngt werden:

Im Frühjahr (Mitte März)

Im Hochsommer (Ende Juni)

und im Spätsommer (Anfang Oktober)

Eine ökologische Variante des Düngens, wäre das Mulchen. Hier wird beim Rasenschnitt das Gras feinst zerhäckselt und der Grasnarbe als natürlichen Dünger zugeführt. Ist das Gras zu feucht, könnte der Mulch den Rasen ersticken.

 


 


Tags:  Guter Rasen Wiesenrispe Rotschwingel Weidelgras Saatgut RSM Regelsaatgutmischung Rasenarten
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