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Rasenmähroboter: Klein aber Oh ho!

Geschrieben von: Yvonne Freitag, den 07. August 2015 um 11:21 Uhr

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Garten - Mähtechnik und Pflege

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Neuerdings sieht man auf immer mehr Rasenflächen die mit einem Mäher bearbeitet werden, der wie ein ferngesteuertes Spielzeug aussieht. Spielzeug ist das aber auf keinen Fall - es handelt sich hierbei um eine hochentwickelte Mähtechnologie. Diese Rasenroboter mähen den Rasen völlig selbständig - egal ob der Besitzer da ist oder nicht. Doch taugen Sie auch etwas?

Rasen-Roboter liegen voll im Trend! Seit der Markteinführung 1995 steigen die Verkaufszahlen von selbstfahrenden Rasenmähern kontinuierlich. 2007 wurden weltweit rund 27.000 Mähroboter verkauft. Fünf Jahre später gingen bereits 105.000 Geräte über den Ladentisch. Es ist zwar bei uns in Deutschland noch ein Nischenmarkt aber man merkt, dass der Trend auch langsam bei uns seine Bahnen zieht.

Viele Rasenbesitzer lieben Ihren Rasen und sie hassen - mitunter - das Mähen. Rund 46% aller Rasenbesitzer sind "Mäh-Muffel". Sie würden lieber Zeit mit Familie und Freunden verbringen, ihren Hobbys nachgehen oder andere wichtige Arbeiten verrichten, als den Rasen zu mähen. Rasenroboter nehmen ihnen  hier die Arbeit ganz klar ab. Die Technik ist inzwischen so ausgreift und zuverlässig, dass diese problemlos funktioniert. Technische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Es gibt unterschiedliche Bezeichnungen für die automatischen Gartenhelfer. Manche nennen sie "automatische Rasenmäher", andere "Rasenroboter", "Rasenmäher-Roboter" oder "Robotermäher". Mehr und mehr setzt sich aber der Begriff "Mähroboter" durch. "Automower" und "Robomow" sind hierbei spezielle Markennamen bestimmter Firmen.

Sicher und voll im Rahmen, so sind die kleinen Helfer eben. Ausgestattet mit Neigungs- und Hebesensoren, die das rasiermesserscharfe Mähwerk abschalten, sobald der vermeintliche Spielgefährte  von Kindern, Tieren oder ungeschickten Erwachsenen angehoben bzw. gekippt wird.

Im Großen und Ganzen unterscheidet man 3 Techniken der automatischen Steuerung:

1) Roboter-Rasenmäher deren Arbeitsbereich durch eine eingegrabene Induktionsschleife (Begrenzungsdraht / -kabel) begrenzt wird um nicht den Nachbarrasen oder (schlimmer) das Blumenbeet zu mähen

2) Automatische Rasenmäher-Roboter, die anhand von Sensoren, die Grasfläche erkennen und mit Stoßkontakten arbeiten -  diese sind völlig autonom

3) Rasenroboter mit Induktionsschleifen und GPS-Navigation (manchmal auch mit SMS Alarmfunktion und ähnlichem)

 

Die Mähtechnik ist sich hierbei meistens die Gleiche. Sie werden zudem von umweltfreundlichen, emissionsfreien  und geräuscharmen Elektromotoren betrieben. Auf Grund der geringen Geräuschkulisse, sind sie i.d.R. auch nicht an §7 der Maschinenlärmschutzverordnung gebunden – sprich: kein Mähverbot während der Mittagszeit, abends usw... Die leistungsstarken Akkus reichen hierbei meist für mehrere hundert Quadratmeter Rasenfläche. Unabhängig davon ob Sie zu Hause sind oder nicht: Neigt sich die Akkuleistung dem Ende zu, findet der Rasenmäher-Roboter selbst zur Ladestation und kann nach einem Ladepäuschen selbständig seine Arbeit wieder aufnehmen.

 

Rasenroboter besitzen keinen Fangsack für Gras, sie arbeiten wie ein Mulcher. Bei dieser Mähmethode, auch ökologisches Mähen genannt, fällt das sehr fein zerkleinerte Schnittgut zu Boden und führt der Erde so wieder wichtige Nährstoffe zu. Außerdem schützt das mulchen die Gräser bei starker Sonnen-Einstrahlung vor dem Austrocknen. Optimale Ergebnisse erzielt man allerdings nur in nicht allzu feuchten Wetter-Perioden. In zu feuchten Klimaregionen ist daher vom Mulchen als Mähmethode eher abzuraten.

Aber Achtung: Sehr hoch gewachsenes Gras eignet sich nicht zu ökologischen Mähen. Der erste Schnitt nach einer längeren Mähpause (z.B. im Frühjahr) sollte deshalb mit einem konventionellen Rasenmäher erledigt werden. Ebenso ist es empfohlen den Rasen stückchenweise herunterzumähen. Die optimale Grashöhe zum Einsetzen der Mulchmähtechnik liegt bei ca. 5 cm.

Häufiges Mähen ist seine Parade-Disziplin: Grundsätzlich rät Ihnen jeder Fachmann zu häufigem Mähen - der Rasen wird gesünder und dichter. Lohn des intensiven Rasenschnitts: Sie bekommen schon nach wenigen Wochen und Monaten einen golfplatzartigen Rasenteppich und Unkraut geht - grün in grün - im kurzgeschorenen Gras unter. Kleiner Nebeneffekt des häufigen Mähens ist auch, dass sich Maulwürfe bei der ständigen Aktivität an der Grasoberfläche unwohl fühlen. So werden sie sanft bewogen sich wo anders anzusiedeln. Ganz ökologisch, kostengünstig und nachhaltig....

Die Wartung und Instandhaltung eines Rasen- bzw. Mähroboters sind meist relativ unproblematisch. Der Rasenroboter ist wartungs- und verschleißarm. Die Elektromotoren sind i.d.R. weitgehend wartungsfrei und benötigen natürlich weder Ölwechsel noch Zündkerzen oder gar Kühlwasser und Getriebetechnik. Ebenso verschleißfrei ist die Elektronik. Trotzdem sollten Sie ein paar Punkte beachten:

 

Das wesentlichste Verschleißteil ist, wie bei jedem Akku-Rasenmäher, der Akku. Er kann nicht unbegrenzt oft geladen werden. Man spricht bei Hochleistungs-Akkus oft von etwa 1000 Ladungen. Danach lässt seine Leistungsfähigkeit nach. Dies ist u.a. abhängig vom Typ des Akkus. Im Winter sollte der Akku, bei vom Hersteller empfohlenen Temperaturen gelagert werden. Ebenso sollte ein für die Lagerung optimaler Ladezustand erhalten bleiben. Manche Gartengeräte-Spezialisten bieten auch einen Überwinterungsservice an, bei dem die Ladung und Temperatur der teuren Akkus stetig überwacht wird


Updates der Software können im Laufe der Zeit die Leistungsfähigkeit Ihres Gartenroboters erheblich steigern! Die Software wird bei aktuellen Modellreihen vom Hersteller ständig weiter entwickelt und um verbesserte Funktionen ergänzt. Lassen Sie ein solches Software-Update am besten von Ihrem Gartengeräte Händler des Vertrauens durchführen


Selbstverständlich hält das Rasenmäher-Messer Ihres Robos nicht ewig. Es wird irgendwann stumpf und die Maschine arbeitet nicht mehr effizient. Das Gras wird dadurch nicht mehr sauber geschnitten sondern schlampig abgeschlagen, was zu Ausfransungen führt. Lassen Sie es regelmäßig schleifen oder erneuern Sie es nach Herstellervorgaben

Während sich bei den kleinen Brüdern der Garten-Roboter, nämlich den Staubsauger-Robotern, teilweise die Laservermessung als Orientierungshilfe durchsetzt, steht eine klare Orientierung bei Rasenrobotern meist noch aus. Zum einen, weil der Laser im Garten kaum ausreichend Reflektionspunkte findet und zum anderen weil der Garten keine 2-dimensionale Fläche darstellt, sondern uneben sein kann. Das GPS, mit dem viele Roboter ausgerüstet sind, hört sich zwar toll an, doch durch die militärische Ungenauigkeit von 10 m, entspricht das in einem Garten gleich mal 100 qm Toleranz. Auf der Straße, die 1-dimensional erfasst wird, ist es nicht so tragisch da er sich hier zusätzlich an Feldern und Wiesen orientiert (er erkennt diese und weiß das man hier nicht fahren kann). Im Garten sind 100 qm allerdings ein sehr grobes Raster und bedeuten, dass Sie schnell mal den Rasen des Nachbarn mitmähen. Auch die Vermessung per zurückgelegter Wegstrecke ist derzeit bei den meisten Robotern noch nicht üblich - wenn gleich dies durch Software-Updates und intelligente Algorithmen durchaus denkbar ist.

Im Großen und Ganzen bietet ein Rasenmäher-Roboter jedoch viele Vorteile. Die meisten Gartenbesitzer die bereits einen haben, wollen zumindest nicht mehr darauf verzichten. So werden im relativ kleinen Österreich jährlich etwa so viele Mähroboter verkauft wie in ganz Deutschland! Vielleicht lassen Sie sich bei der Neuanschaffung eines Rasenmähers ja einfach mal einen solchen Rasen-Roboter vorführen. Die Preise für Markengeräte (z.B. vom schwedischen Hersteller Husqvarna oder dem italienischen Roboter Spezialisten Ambrogio) liegen derzeit zwischen erschwinglichen 1000,- € für den privaten Garten und 14.000,- € für Profigeräte und sehr großen Mähflächen. Zurzeit zaubert aber praktisch jeder Hersteller von Rasenmähern einen Roboter aus dem Hut. Die Anzahl von Modellen ist sehr groß und unüberschaubar geworden. Lassen Sie sich im Zweifelsfall von einem Fachbetrieb beraten, welches Modell für Sie das passende ist. Vielleicht werden bald auch Sie lange Freude an einem Mähroboter mit einem perfekt gepflegten Rasen haben.

 


 


Tags:  Robo Mähroboter neue Technik automatische Steuerung Robomow
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